Der Gefurztag
Shownotes
Meine Tochter wollte, dass ich ihr eine lustige Geschichte über "furzen" erzähle. Und dann haben wir uns zusammen diese Erzählung über das Erwachsenwerden ohne den kindischen Spaß zu vergessen, ausgedacht - und hier nun auch noch der Text, falls Ihr die Geschichte selbst vorlesen oder vielleicht mitlesen wollt:
Der Gefurztag
Das Beste an Geburtstagen in Milas Familie ist der Ohne-wenn-und-aber-Wunsch. Morgens, direkt nach dem Aufwachen, darf sich das Geburtstagskind etwas wünschen – und keiner darf „Nein!“ sagen. Es gibt nur eine Bedingung: Der Wunsch darf kein Geld kosten. Mila überlegte schon wochenlang, was sie sich wünschen will. Endlich ist ihr Geburtstag da! Die ganze Familie schleicht sich an ihr Bett, weckt sie und fragt gespannt: „Na, Mila, was ist dein Ohne-wenn-und-aber-Wunsch?“ „Heute feiern wir… Gefurztag!“ ruft Mila und strahlt über das ganze Gesicht. Mama, Papa und ihr kleiner Bruder gucken sie verdutzt an. Mama fragt vorsichtig: „Ähm, und was ist ein Gefurztag?“ „Ganz einfach!“ erklärt Mila fröhlich. „Jeder muss in jedem Satz das Wort ‚Furz‘ oder ‚furzen‘ benutzen!“ Mama verdreht die Augen, aber Mila lacht schon: „Und damit das heute richtig gut klappt, äh furzt, gibt es zum Frühstück Bohnen und Sauerkraut!“ Ihr kleiner Bruder klatscht in die Hände: „Oh ja, und dazu Gefurzgurken!“ Papa schüttelt den Kopf und versucht ernst zu bleiben. „Na gut. Dann auf zum… Gefurztagsfrühstück!“
Als sie gerade den Küchentisch decken, klingelt es. Papa öffnete die Tür und vor ihm steht der Postbote mit einem Paket in der Hand: „Guten Morgen, ich habe hier ein Paket für Sie! Wie geht es Ihnen?“ Papa dreht sich nervös zu Mila um. Sie nickt. Also sagt er zum Postboten: „Guten Morgen, äh… ich habe heute noch nicht gefurzt, aber sonst geht's mir gut. Und Ihnen?“ Der Postbote sieht Papa erstaunt an und stottert: „Äh… was haben Sie da gerade gesagt?“ „Äh warten Sie furz!“ Papa eilt zurück in die Küche. Der Postbote schüttelt verwirrt den Kopf und geht schnell zurück in seinen Wagen. „Das war furz-peinlich!“ ruft Papa. Die Familie bricht in schallendes Gelächter aus, bis plötzlich das Telefon klingelt. Papa nimmt ab. Am anderen Ende der Leitung ist sein Chef: „Herr Funke, ja, heute ist ihr freier Tag, aber wir brauchen Sie heute dringend in der Firma. Können Sie bitte kommen?“ Papa zögert. Dann murmelt sie: „Äh… leider habe ich Furzeritis!“ „Furzeritis?“ fragt sein Chef verwirrt. „Ja, ähm… ich meine Bronchitis. Äh, und bei einem Furz, äh Sturz… hab ich mir den Knöchel verstaucht!“ Er legt schnell auf und seufzt: „Oh man, das wird ja immer furz-peinlicher!“ Mila und ihr Bruder lachen so sehr, dass sie fast vom Stuhl fallen. „Und was furzen wir jetzt?“ fragt Mila.
„Wie wär’s mit einem Furz-Reim-Wettbewerb?“ ruft ihr kleiner Bruder begeistert. Papa findet die Idee total toll: „Ich fange an: Egal, ob lang oder kurz, ich mag einen guten Furz!“ „Ich hab auch einen!“ ruft Mama. „Als Kurt zu Besuch, also bei Kurts Besuch kam, furzte er und… ähm…“. „Das reimt sich ja gar nicht“ beschwert sich Mila, und plötzlich fängt Papa an zu jubeln, und feiert sich selbst: „Furz-Papa hat gewonnen!“ Er rennt eine Ehrenrunde um den Tisch und sagt dann: „Jetzt habe ich auch eine Idee für ein Furz-Spiel!“ Er reibt sich die Hände. „Furze-Raten! Ich hole nur mal schnell also kurz, äh furz die Seifenblasen-Seife?“ Als er wieder zurück in der Küche ist, stellt er die Seifenblasen-Seife auf den Tisch. Milas Mama schüttelt da bereits mit dem Kopf. „Ich weiß jetzt schon, dass das eine blöde Idee, sozusagen ein Kopffurz ist.“ Milas Papa stellt schnell vier Gläser auf den Tisch und gießt die Seife in sie. Dann stellt er noch Erbsen, Bohnen, Linsen, Weißkohl, Rosenkohl, Wirsing, Knoblauch, Lauch und Zwiebeln auf den Tisch. „So …“, noch bevor er erklären kann, wie das Spiel geht, verdreht Mila die Augen und zeigt ihm einen Vogel. „Nein Papa, wir trinken jetzt hier nicht Seifenblasenseife und machen dann ein Seifenblasen-Furze-Raten! Nein Papa, Du bist furzekelig und total kindisch!“ Papa lacht.
Milas Bruder schlägt noch vor, dass Sie nun doch versuchen könnten ein Geburtstagslied zu furzen, aber da winkt Mila schon ab. „Ich will jetzt lieber meinen Geburtstagskuchen!“ „Du meinst, Deinen Geburtstagskuchen“, wirft Milas Mutter ein. „Einen schönen Schokokuchen mit weißen, roten, blauen und braunen Bohnen zum Furzen!“ Mila grinst mit ihrem ganzen Gesicht. „Nein, einen ganz normalen Geburtstagskuchen mit Schokolade und bunten Streuseln!“ Sie umarmt ihre Eltern und winkt auch ihren Bruder herbei. „Das war ein schöner Gefurztagmorgen – aber jetzt reicht‘s, jetzt feiern wir zusammen meinen Geburtstag, ganz normal!“ Und als sie die Kerzen ihres Geburtstagskuchens auspustet, hat sie auch schon eine Idee, was sie sich im nächsten Jahr wünschen wird: „Nächstes Jahr feiern wir dann einen Gerülpstag!“
Die Rechte an der Aufnahme und der Geschichte liegen bei Till Magnus Steiner (Kontaktmöglichkeit via E-Mail: tms.steiner@gmx.net)
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